2004 | Depuratore Milano Sud

Depuratore Milano Sud | Milano -I
In collaborazione con Studio d'architettura Quattroassociati


Die Anlage befindet sich innerhalb des weitläufigen Geländes “Park Süden”, das teilweise noch landwirtschaftlich genützt, aber vor allem als Landschaft bedeutend ist. Der Park begrenzt das Stadtebiet im Süden. Die Gestaltung der Anlage, die die Abwässer des nordöstlichen Stadtgebietes klärt, innerhalb der Landschaft entspricht der ortagonalen Struktur der Felder. Im grossen Becken der Anlage, ein Quadrat von 250 Meter Seitenlänge, werden die Abwässer biologisch gesäubert und entschlammt.
Drei Seiten sind von einem Erdwall begrenzt, der als Sichtschutz dient. Die Begrenzung zur Stadt hin sind die Gebäude, die zur mechanischen Aufbereitung notwendig sind. Aus Gründen einer einheitlichen Erscheinung sind alle Gebäude in Sichtbeton ausgeführt, einem für die Becken notwendigen Material. Die Aussenhaut des Verwaltungsgebäudes ist ein dunkler transparenter Schutzanstrich, die anderen Gebäuden sind hellblaugrau gehalten, was von der Stadtseite her eine klare und lineare Skyline ergibt. Die höheren Gebäude hinter der Grenzwand sind dem Himmel ähnlicher und stören so die horizontale Linie kaum.
Die Anwendung der Farbe unterstreicht zwar die wesentlichen Elemente der Klärung, ist aber eher spielerisch als funktional. Die lange Hauptansicht in Stadtrichtung ist mit Wellblech verkleidet und in Blauverläufen bemalt, die Wellen ergeben, zum Eingang hin auslaufend, den Klärprozess veranschaulichend. Jede dieser Wellen hat auf ihrem Kamm eine weisse Linie, was vom Eingang her gesehen einen optischen Rhythmus ergibt, der die Perspektive auflöst. Die Farbe des Wellbleches ist im Auslauf ein helles Blau, das in das Verwaltungsgebäude hinein führt und dort ein Wasserbecken mit sauberem Wasser begrenzt. Die Struktur des Wellblechs verstärkt die Wellen der Farbgestaltung.
Die verschiedenen Farberlebnisse sind weder als Orientierungshilfe noch als Funktionsunterstreichung, sondern als reine ästhetische Qualifizierung des Ambientes gedacht. In den meisten Industrieanlagen werden weder die Qualiät der landschaftlichen Eingliederung noch die des Verweilens innerhalb hinterfragt.